Bar jeder Vernunft Trilogie (1998-2003)

In den 90er Jahren definiert die Berliner „Bar jeder Vernunft“ ein ganzes Genre neu und wird zum entscheidenden Ort für den Kleinkunstbereich in Deutschland. Wer hier spielt hat es geschafft. Der Druck ist gewaltig, als die „Bar“ Gayle Tufts anbietet, mit einer neuen Show, das Haus den ganzen März 1998 zu bespielen. Sie setzt alles auf eine Karte, überzeugt Donna Karen die Kostüme zu sponsern und engagiert sogar zwei Tänzer für die „Las-Vegas-Dreamsequenz“ am Ende der Show. Auch, wenn das Geld nur für eine Mini-Showtreppe mit drei Stufen reicht – die Gayle eben mehrmals runtergeht – sie will es allen zeigen, sie will die „Big Show“. Die Pressearbeiter der „Bar“ machen – wie immer – eine phantastische Arbeit. Am Abend der Premiere steht sogar ein Ü-Wagen von Radio 1 vor dem Zelt und berichtet live von der Uraufführung.

Wortwörtlich über Nacht wird aus der Off-Theater-Künstlerin, der neue Shootingstar der Stadt. Am nächsten Tag klingelt das Kassen-Telefon ununterbrochen. Innerhalb von 24 Stunden sind alle Tickets Verkauft. Die Berliner Programmzeitschrift TIP nimmt Gayle Tufts auf den Titel („Der unaufhaltsame Aufstieg der Grooving Gayle“), BMG möchte die CD zur Show veröffentlichen, die Berliner Zeitung verleiht ihr den Kritikerpreis. Als am Montag der kommenden Woche „Der Spiegel“ eine Kritik über die Show veröffentlicht- („Wie hier amerikanischer Witz auf deutschen Tiefsinn trifft ist Realsatire der Sonderklasse. So ist das: Da muss eine Amerikanerin zur Deutschen werden, um die deutschen Verhältnisse zum Tanzen zu bringen. Zeit, eine längst vergessene Sechziger-Jahre Parole zu neuen Ehren zu bringen – schafft zwei, drei, viele Gayle Tufts“) – melden sich die Theater aus ganz Deutschlang und die Fernsehsender. Innerhalb kurzer Zeit ist sie u.a. Gast bei „Boulevard Bio“, „B.trifft“ und „Zimmer frei“ .

THE BIG SHOW
1998 Premiere: Bar jeder Vernunft, Berlin, mit Rainer Bielfeldt, Regie: Thomas Hermanns

MISS AMERIKA
1999 Premiere: Bar jeder Vernunft, Berlin, mit Rainer Bielfeldt, Regie: Thomas Hermanns

THE WAHRE WAHRHEIT
2001 Premiere: Bar jeder Vernunft, Berlin, mit Rainer Bielfeldt, Regie: Thomas Hermanns

Die „Bar jeder Vernunft“ wir zum Berliner Stammhaus. Die Spielzeiten werden immer länger. Bis zu acht Wochen en suite füllt Gayle Tufts das Haus. Auch werden die Shows immer aufwändiger: Es gibt richtige Bühnenbilder – bei „MISS AMERIKA ist die gesamte Bühne weiß verkleidet – und es gibt immer mehr Gaststars – Back Up Sänger und Tänzer. 

Bei „MISS AMERIKA“ ist u.a. Ingrid Arthur dabei: heute Back Up Sängerin bei James Last und eine der „Weather Girls“. Bei „The wahre Wahrheit“ zum ersten Mal Daniel Costello.

Gayle Tufts möchte mehr und neue Erfahrungen sammeln. Sie lässt sich von neuen Musikformen inspirieren und sucht neue Herausforderungen. 2002 und 2003 moderiert sie die Weihnachtsshow des Friedrichstadtpalastes – dem größten Revuetheater Europas. Dessen Bühne ist so groß wie zwei Fußballfelder, es gibt ein 40-Musiker Orchester und jeweils 35 x sitzen 2000 Menschen im Publikum. Sie spielt – neben Dirk Bach und Ralph Morgenstern – eine Rolle im Musical „Der Glöckner von Notre Dame“.

Das Konzept Stimme + Klavier scheint ihr ausgereizt. 2003 trennen sich Gayle Tufts und Rainer Bielfeldt in aller Freundschaft -  nach neun sehr erfolgreichen Jahren der Zusammenarbeit.

 

 

PRESSEECHO
"Mit "The Big Show" hat sie sich endgültig als das etabliert, was sich nur "dinglish" sagen läßt: als eine der besten Entertainerinnen der deutschen Comedy Szene." Der Spiegel October 1998
"Ihr Auftritt als "MISS AMERIKA" kommt einem Triumphzug gleich. Die Bar jeder Vernunft liegt der "Schönheitskönigin obwohl not klein or thin" zu Füßen." Berliner Morgenpost October 1999
" inen größeren Star hat Berlin zur Zeit nicht." FAZ July 2001
"Mit diesem Programm hat sie nun ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. "The wahre Wahrheit" perfekt zu nennen wäre wahrscheinlich untertrieben." Tagesspiegel December 2001
"The beste show in town!" Zitty March 2002
"Die vielleicht beste Entertainerin Deutschlands." Süddeutsche Zeitung April 2002